Die autismusspezifische Frühtherapie

Das „Besondere“ im Unterschied zur normalen Frühförderung

Da die autistische Behinderung die Eltern-Kind-Beziehung und später auch die Teilhabe an anderen sozialen Bezugssystemen umfassend beeinträchtigt, favorisieren wir eine systemische Ausrichtung des Frühtherapiekonzeptes, die eine enge Zusammenarbeit mit den Eltern und deren unmittelbaren Einbezug in die Förderarbeit vorsieht.

Die Kooperation und das Engagement der Eltern sind ein zentraler Bestandteil dieses Frühtherapiekonzeptes, das maßgeblich zur Förderung des Entwicklungspotentiales des Kindes beiträgt.

Der enge Einbezug der Eltern bei der Förderarbeit bewirkt

  • eine deutliche Verbesserung der Beziehung zu ihrem Kind durch intensive Aufklärung, Beratung, Anleitung und engen Austausch mit den Therapeuten
  • ein (Wieder) Gewinn von Sicherheit im alltäglichen Umgang mit dem Kind
  • Kompetenz der schwierigen Beziehungs- und Erziehungsaufgabe gewachsen zu sein
  • die Möglichkeit sich im Laufe der Zeit von professionellen Hilfen zu emanzipieren

 

Autismustherapie in der frühen Kindheit

Das Konzept

  • Modul 1
    • Entwicklungstherapie als Einzelförderung mit Kind und Eltern
  • Modul 2
    • spezifische Elternarbeit und Elterntraining
  • Modul 3
    • Netzwerkarbeit zur Integration des Kindes in seine Lebenswelt

 

Modul 1

Entwicklungstherapie als Einzelförderung mit Kind und Eltern

Förderarbeit "direkt am Kind" erfolgt mit engem Einbezug der Eltern im Verbund mehrerer Förderbausteine, orientiert am individuellen Entwicklungsprofil des Kindes.
An folgenden Entwicklungsthemen wird vorrangig gearbeitet:

Anbahnung und Entwicklung grundlegender Lernvoraussetzungen wie:

  • Anschub von Kontaktbereitschaft
  • Anbahnung und Entwicklung interaktiver und kommunikativer Fähigkeiten
  • Herstellen gemeinsamer Aufmerksamkeit
  • Aufbau von Imitationsbereitschaft
  • Entwicklung und Training imitativer Fähigkeiten
  • Anbahnung und Entwicklung von Spielfähigkeit
  • Aufbau und Stärkung der Eltern-Kind-Beziehung

 

Die drei Förderbausteine

Förderbaustein I

Förder- und Entwicklungsdiagnostik - individueller Förderplan in enger Zusammenarbeit mit den Eltern -
Entwicklungsdokumentation

Förderbaustein II

Einzeltherapeutische Förderarbeit mit dem Kind unten engstem Einbezug der Eltern,
Anwendung autismusspezifischer Methoden und Arbeitsprinzipien,
Videogestütztes Arbeiten

Förderbaustein III

Förderangebot in Eltern-Kind-Kleingruppe - Kontaktpflege mit Gleichaltrigen im sozialen Umfeld

 

Modul 2

spezifische Elternarbeit und Elterntraining

Sicherung der aktiven Mitarbeit der Eltern

"Familienkonferenz"
Als Mittel zur Ressourcenerhebung
Elterntraining (Elterngruppe)
"Die autistische Störung bei meinem Kind":
Symptomatik - Ursachen - Verlauf - Entwicklungshilfen
Einübung von Arbeitsmethoden und Handlungsprinzipien für den Einsatz im Alltag
Elternarbeit
Anleitung - Beratung - prozessbegleitende Supervision
Elterneinbindung durch Teilhabe an Fördersituationen
Familientherapeutische Unterstützung
Einbezug von Geschwistern und der Großfamilie

 

Modul 3

Netzwerkarbeit zur Integration des Kindes in seine Lebenswelt

Netzwerkarbeit = Mit der Familie ein soziales Netz knüpfen, das in vielerlei Form bei der Integration des Kindes in seine Lebenswelt mitwirken kann.
Wider die Abkapselung der Familie

Erweiterter Familienrahmen
Bekannte und Freundeskreis
Selbsthilfegruppen
Aneignung des Lebensraumes

Einbezug von Institutionen
Soziale Kontaktpflege mit Gleichaltrigen
Unmittelbarer Lebensraum
Aufklärung und Sensibilisierung der öffentlichen Orte des Kinderlebens