Checklisten des Regionalverbandes Weser Ems e.V.

Die folgenden Checklisten wurden von Therapeuten und Eltern des Regionalverbandes Weser-Ems e.V. ausgearbeitet. Sie sollen dabei helfen, vorliegende Autismus-Spektrum-Störungen sowohl beim Vorschul- als auch beim Schulkind zu identifizieren um entsprechende therapeutische Hilfen einleiten zu können. Für die Erlaubnis zur Nutzung der Listen in unserer Homepage bedanken wir uns bei den Urhebern.

Ergänzende Checkliste für die Vorsorgeuntersuchungen U1 – U2


0. – 7. Monat
Merkmale zur Früherkennung

Die unter Oberbegriffen aufgeführten Einzelmerkmale müssen nicht alle vorhanden sein, zum Teil schließen sie sich sogar aus. Es gilt jedoch, dass je mehr Merkmale (in allen Bereichen) gefunden werden, desto eher sollte an das Vorliegen einer autistischen Störung gedacht werden.

Wahrnehmung/Sozialverhalten

•    Schreit länger ohne das die Eltern dies als eindeutiges Signal für einen Zustand (z. B. Hunger, Schmerz) werten können
•    Verhält sich extrem ruhig, meldet sich wenig
•    Lächelt oder lacht nicht, wirkt wie ein „ernstes“ Kind
•    Reagiert nicht auf die Mutter, streckt ihr nicht die Arme entgegen
•    Lehnt sich nicht mit dem Kopf an
•    Wirkt zufrieden, nimmt von sich aus wenig oder keinen Kontakt auf

•    Wirkt zufrieden, nimmt von sich aus wenig oder keinen Kontakt auf

Motorik

•    Macht sich steif beim Hochheben
•    Macht sich sehr schlaff auf dem Arm
•    Dreht sich weg, wenn eine Person das Kind hält

Sprache

•    Lallt nicht
•    Bildet keine Silben (z.B. ga ga ga)
•    Macht vorgesprochene Laute oder Silben nicht nach (keine verbale Imitation)

Ess-/Trinkverhalten

•    Saugt oder trinkt nicht richtig
•    Hat spezielle Ess/-Trinkvorlieben bzw. -gewohnheiten
•    Verweigert Speisen

Ergänzende Checkliste für die Vorsorgeuntersuchung U6


10. – 12. Monat
Merkmale zur Früherkennung

Die unter Oberbegriffen aufgeführten Einzelmerkmale müssen nicht alle vorhanden sein, zum Teil schließen sie sich sogar aus. Es gilt jedoch, dass je mehr Merkmale (in allen Bereichen) gefunden werden, desto eher sollte an das Vorliegen einer autistischen Störung gedacht werden.

Wahrnehmung

•    Kratzt oder schabt auf Oberflächen
•    Beleckt Gegenstände
•    Verhält sich extrem ruhig, meldet sich wenig
•    Reagiert nicht auf laute Geräusche, wirkt wie taub
•    Reagiert überempfindlich oder ängstlich auf Geräusche (z.B. Staubsauger)
•    Kann sich nur schwer im Raum orientieren

Sozialverhalten

•    Schreit oder weint lange und lässt sich nicht beruhigen
•    Spielt nicht kreativ mit Spielzeug
•    Untersucht Spielzeug nicht
•    Schaut Personen nicht an
•    Vermeidet Blickkontakt
•    Lächelt oder lacht nicht, wirkt wie ein ernstes Kind
•    Nimmt von sich aus keinen oder wenig Kontakt zu Bezugspersonen auf
•    Macht Verhalten von Personen nicht nach (keine motorische Imitation)
•    Zieht sich zurück, wenn Bezugsperson keinen Kontaktversuch macht

Motorik

•    Schaukelt oder wiegt sich hin und her
•    Macht sich steif beim Hochheben
•    Macht sich sehr schlaff auf dem Arm
•    Dreht sich weg, wenn eine Person das Kind hält
•    Sitzt oder krabbelt nicht oder verspätet
•    Bildet keine Silben (z.B. ga ga ga)
•    Macht vorgesprochene Laute oder Silben nicht nach (keine verbale Imitation)
•    Wiederholt Wörter oder Wortreste ohne erkennbaren Sinn
•    Spricht immer wieder gleiche Laute
•    Benutzt Worte nicht, um Personen etwas mitzuteilen
•    Benutzt keine oder wenig sprachbegleitende oder ersetzende Mimik oder Gestik

Ess-/Trinkverhalten

•    Saugt oder trinkt nicht richtig
•    Hat spezielle Ess-/Trinkvorlieben bzw. Ess-/Trinkgewohnheiten
•    Verweigert Speisen

Ergänzende Checkliste für die Vorsorgeuntersuchung U7


21. – 24. Monat
Merkmale zur Früherkennung


Die unter Oberbegriffen aufgeführten Einzelmerkmale müssen nicht alle vorhanden sein, zum Teil schließen sie sich sogar aus. Es gilt jedoch, dass je mehr Merkmale (in allen Bereichen) gefunden werden, desto eher sollte an das Vorliegen einer autistischen Störung gedacht werden.

Wahrnehmung

•    Kratzt oder schabt auf Oberflächen
•    Tastet oder klopft anhaltend an Gegenständen
•    Sieht lange auf bestimmte Muster (z.B. Tapeten)
•    Bewegt Gegenstände wiederholt vor dem Gesicht hin und her
•    Lauscht auf spezielle Geräusche (wie Rascheln, Zischen, Rauschen, Surren)
•    „überhört“ andere (leise oder laute) Geräusche, wirkt wie taub (z.B. Staubsauger)
•    Kann sich nur schwer im Raum orientieren
•    Bleibt an Raumgrenzen (z.B. Teppichkante) stehen

Sozialverhalten

•    Spielt nicht mit Gleichaltrigen, Geschwistern oder Eltern
•    Sieht an Personen vorbei oder scheint durch sie hindurchzusehen
•    Auffälliger Blickkontakt: wenig oder sehr kurz, oder lange und starr, selten direkt. Meist peripher
•    Kann Körperkontakt nur zulassen, wenn es Dauer und Art kontrollieren kann, wehrt Kontakt sonst ab
•    Schreit oder weint lange und lässt sich nicht beruhigen
•    Kein oder ungewöhnliches Verlangen nach Trost in Situationen seelischer Not
•    Nimmt von sich aus keinen oder wenig Kontakt zu Bezugspersonen auf, scheint mit sich selbst zufrieden zu sein
•    Macht Verhalten von Personen nicht nach (keine motorische Imitation)
•    Zieht sich zurück, wenn Bezugsperson keinen Kontaktversuch macht
•    Lächelt oder lacht nicht, wirkt wie ein „ernstes“ Kind

Motorik

•    Sitzt oder krabbelt nicht oder verspätet, beginnt verspätet mit dem Laufen
•    Bewegt stereotyp bestimmte Körperteile und Gegenstände, manchmal sehr geschickt
•    Hat einen auffälligen Gang
•    Verdreht Augen, Finger, Hände, Hals
•    Wedelt mit den Armen, Händen, Tüchern, Bändern o.ä.

Sprache 

•    Spricht (immer noch) nicht
•    Hört nach Sprechbeginn allmählich wieder auf
•    Wiederholt Wörter oder Wortreste ohne erkennbaren Sinn
•    Produziert stereotyp immer gleiche Laute oder Töne
•    Benutzt keine oder wenig sprachbegleitende oder ersetzende Mimik oder Gestik

Ess-/Trinkverhalten

•    Isst auffällig, stopft, schlingt, schluckt nicht, kaut nicht
•    Nimmt nur Brei oder Flüssiges oder spezielle Speisen zu sich
•    Schläft schlecht ein oder wacht zu früh auf, liegt stundenlang nachts wach

Ergänzende Checkliste für die Vorsorgeuntersuchung U8


4. Lebensjahr
Merkmale zur Früherkennung


Die unter Oberbegriffen aufgeführten Einzelmerkmale müssen nicht alle vorhanden sein, zum Teil schließen sie sich sogar aus. Es gilt jedoch, dass je mehr Merkmale (in allen Bereichen) gefunden werden, desto eher sollte an das Vorliegen einer autistischen Störung gedacht werden.

Wahrnehmung

•    Kratzt oder klopft, leckt an Gegenständen, Kleidung, Personen
•    Fühlt, riecht oder klatscht an Objekten und Materialoberflächen
•    Verschafft sich Lichteindrücke (grelles Licht, Lichtreflexe), bewegt Dinge vor dem Gesicht
•    Lauscht auf spezielle Geräusche, „überhört“ andere (auch laute), scheint taub zu sein
•    Scheint unempfindlich gegenüber Kälte-, Hitze-, Schmerz- und unangenehmen Geschmacksreizen zu sein
•    Fügt sich schmerzhafte Reize zu (z.B. Kopf gegen harte Gegenstände schlagen, in Augen/Ohren bohren, Wunden aufkratzen)
•    Reagiert paradox auf Sinnensreize (z.B. Augen bedecken bei Geräuschen, Ohren zuhalten bei Lichtreizen)
•    Kann sich nur schwer im Raum orientieren
•    Bleibt an Raumgrenzen (z.B. Teppichkante) stehen
•    Wehrt sich gegen das Tragen neuer Kleidung

Spielverhalten

•    Spielt gleichförmig mit Spielzeug
•    Spielt wenig kreativ und fantasievoll
•    Zeigt selten Neugier auf neue Dinge
•    Zeigt selten imitierendes Spielverhalten
•    Hat geringes Interesse an Fantasiegeschichten
•    Zeigt selten „So-tun-als-ob“-Spiel
•    Spielt nie Versteckspiele mit

Sozialverhalten

•    Hat starre Gewohnheiten und schreit, wenn diese durchbrochen werden
•    Reagiert ängstlich oder aggressiv, wenn gewohnte Wege, Zeitpunkte oder Reihenfolgen nicht eingehalten werden
•    Sieht Personen nicht an, schaut an ihnen vorbei
•    Auffälliger Blickkontakt: wenig oder sehr kurz, oder lange und starr, selten direkt, meist peripher
•    Spielt nicht mit Gleichaltrigen, Geschwistern oder Eltern
•    Hat eher zu Erwachsenen als zu Kindern Kontakt
•    Zeigt wenig Distanz gegenüber Fremden
•    Kann Körperkontakt nur zulassen, wenn es Dauer und Art kontrollieren kann
•    Riecht oder tastet an fremden Personen
•    Lächelt oder lacht wenig, wirkt wie ein „ernstes“ Kind
•    Nimmt nur zu Teilreizen einer Person Kontakt auf (berührt Haare, spielt mit Halskette usw.)
•    Hat Schwierigkeiten oder ist unfähig, Handlungen von Personen zu imitieren
•    Führt, wenn es etwas will, Person zu gewünschtem Gegenstand

Motorik

•    Bewegt stereotyp bestimmte Körperteile und Gegenstände
•    Geht, läuft auffällig (z.B. Zehenspitzengang, hüpfend)
•    Verdreht Augen, Finger, Hände, Hals
•    Wedelt mit den Armen, Händen, Gegenständen
•    Schaukelt oder wiegt sich hin und her
•    Armflattern und Händeklatschen als Ausdruck emotionaler Erregung
•    Wirkt meist extrem unruhig (erhöhtes Aktivitätsniveau)
•    Wirkt meist extrem antriebsarm (verringertes Aktivitätsniveau)

Sprache

•    Spricht (immer noch) nicht
•    Hört nach Sprechbeginn allmählich wieder auf
•    Produziert stereotyp immer gleiche Laute oder Töne
•    Spricht mit spezieller Melodie, polternd
•    Wiederholt Worte oder Sätze immer wieder (echolaliert)
•    Lacht oft ohne erkennbaren Grund

Ess-/Trinkverhalten

•    Bevorzugt bestimmte Speisen, Getränke, lehnt andere völlig ab
•    Isst auffällig, stopft, schlingt, schluckt nicht, kaut nicht
•    Schläft schlecht ein oder wacht zu früh auf, liegt stundenlang nachts wach („braucht“ wenig Schlaf)


Die unter Oberbegriffen aufgeführten Einzelmerkmale müssen nicht alle vorhanden sein, zum Teil schließen sie sich sogar aus. Es gilt jedoch, dass je mehr Merkmale (in allen Bereichen) gefunden werden, desto eher sollte an das Vorliegen einer autistischen Störung gedacht werden.