Checkliste TRIAS-Verlag

Die folgende Checkliste zur Früherkennung einer autistischen Behinderung wurde uns von Frau Dr. Britta Schirmer und dem TRIAS-Verlag Stuttgart zur Verfügung gestellt. Sie soll dabei helfen, vorliegende Autismus-Spektrum-Störungen frühzeitig identifizieren und entsprechende therapeutische Hilfen einleiten zu können. Für die Erlaubnis zur Nutzung der Liste in unserer Homepage bedanken wir uns bei den Urhebern.

Frühe Hinweise auf eine Autismus-Spektrum-Störung können folgende Besonderheiten sein. Bitte prüfen Sie, welche der folgenden Aussagen auf Ihr Kind zutrifft:


In den ersten sechs Lebensmonaten

  • schreit das Baby anders als andere,
  • die Eltern können dieses Schreien kaum interpretieren,
  • oftmals dauert es stundenlang.
  • Das Baby scheint andere Menschen wenig zu brauchen.
  • Es schaut seine Eltern nicht an.
  • Oft hat es keine Freude an Körperkontakt oder verlangt ihn in einem ungewöhnlichen Maß.
  • Häufig wirkt es selbstzufrieden.


In der Zeit vom siebten bis zum 12. Lebensmonat

  • kratzt oder schabt das Baby an Oberflächen,
  • verhält sich extrem ruhig, meldet sich wenig oder
  • schreit oder weint lange und lässt sich nicht beruhigen.
  • Es reagiert nicht auf laute Geräusche und wirkt wie gehörlos.
  • Es ist überempfindlich gegenüber bestimmten Geräuschen (z.B. Staubsauger) und hat Angst vor ihnen.
  • Das Baby beteiligt sich wenig an sozialen Spielen, z.B. hat es kaum Interesse daran sich zu verstecken.
  • Es versucht nicht, mit seinen Eltern zu kommunizieren und sich mit seinem Spielzeug zu beschäftigen.
  • Es reagiert ungewöhnlich auf Geräusche, Auf Ansprache, darauf hochgenommen zu werden, auf Licht oder auf Bilder.
  • Es schaut Personen nicht an,
  • lehnt sich nicht mit dem Kopf an,
  • lächelt oder lacht nicht und wirkt wie ein „ernstes“ Kind
  • Es macht Verhalten von anderen nicht nach,
  • es zieht sich zurück, wenn Mutter oder Vater versuchen, mit ihm keinen Kontakt aufzunehmen.
  • Die Gewöhnung an feste Nahrung bereitet Schwierigkeiten.
  • Es schaukelt oder wiegt sich hin und her.
  • Im Alter von 12 Monaten zeigt es noch keine Gesten (Zeigen mit dem Zeigefinger, Winken etc.).


In der Zeit von 18 bis 24 Monaten

  • zeigt das Kind nicht auf einen Gegenstand, um die Eltern auf ihn aufmerksam zu machen,
  • es folgt nicht ihrem Blick.
  • Es „tut nicht so als ob“, also die Puppe mit einem nicht vorhandenen Löffel füttern oder ein beliebiges Stück Holz nicht behandeln als wäre es ein Auto.
  • Das Kind spricht noch nicht einzelne WorteEs kratzt, schabt oder leckt an Oberflächen,
  • tastet oder klopft anhaltend an Gegenständen,
  • sieht lange auf bestimmte Muster (z.B. Tapeten),
  • bewegt Gegenstände wiederholt vor dem Gessicht hin und her,
  • lauscht auf spezielle Geräusche (wie rascheln, Zischen, Rauschen, Surren),
  • überhört (leise oder laute) Geräusche, wirkt wie gehörlos,
  • reagiert überempfindlich oder ängstlich auf Geräusche (z.B. Staubsauger),
  • kann sich nur schwer im Raum orientieren,
  • bleibt an Raumgrenzen (z.B. Teppichkanten) stehen,
  • spielt nicht mit Gleichaltrigen, Geschwistern oder Eltern,
  • sieht an Personen vorbei oder scheint durch sie hindurchzusehen.
  • Andere Menschen schaut es nur selten an, oder sehr kurz, oder lange und starr, selten direkt.
  • Es kann Körperkontakt nur zulassen, wenn es Dauer und art kontrollieren kann, wehrt Kontakt sonst ab.
  • Das Kind schreit oder weint lange und lässt sich nicht beruhigen.
  • Es scheint kein oder ungewöhnliches Verlangen nach Trost in Situationen seelischer Not zu haben.
  • Von sich aus nimmt es keinen oder wenig Kontakt zu den Eltern auf, es scheint mit sich selbst zufrieden zu sein.
  • Das Verhalten anderer macht es nicht nach,
  • es zieht sich zurück, wenn die Eltern oder Geschwister mit ihm Kontakt aufnehmen wollen.
  • Das Kind lächelt oder lacht nicht und wirkt wie ein „ernstes“ Kind.
  • Es sitzt oder krabbelt nicht oder verspätet, beginnt verspätet mit dem Laufen,
  • bewegt bestimmte Körperteile und Gegenstände immer auf gleiche, oft merkwürdige Weise, ist manchmal dabei sehr geschickt,
  • hat einen auffälligen Gang.
  • verdreht Augen, Finger, Hände, Hals,
  • wedelt mit Armen, Händen, Tüchern, Bändern o.ä.
  • Es spricht immer noch nicht oder hört nach dem Sprechbeginn allmählich wieder auf,
  • es wiederholt Wörter und Wortreste ohne erkennbaren Sinn,
  • produziert immer wieder gleiche Laute und Töne,
  • benutzt Worte nicht, um Personen etwas mitzuteilen,
  • benutzt keine oder wenig sprachbegleitende oder ersetzende Mimik oder Gestik.
  • Es isst auffällig, stopft, schlingt, schluckt nicht, kaut nicht,
  • nimmt nur Brei oder Flüssiges oder spezielle Speisen zu sich,
  • schläft schlecht oder wacht zu früh auf,
  • liegt stundenlang nachts wach („braucht“ wenig Schlaf).


Je mehr Aussagen auf Ihr Kind zutreffen, umso wahrscheinlicher ist eine Autismus-Spektrum-Störung. Die Checkliste gibt erste Anhaltspunkte hierauf, ersetzt jedoch nicht die Diagnostik. Ob tatsächlich eine Autismus-Spektrum-Störung vorliegt, muss in einer Facheinrichtung geklärt werden.